Hoch hinaus
Der Rhein, die Mosel und die Lahn als Wassersportparadiese sind lange bekannt
Abseits der Flüsse bietet die Region Koblenz- Mittelrhein auch für eine andere Sportart einen attraktiven Rahmen: das Klettern. Eine Reihe von Kletterwäldern und Kletterparks, beispielsweise in Bad Marienberg, an der Lauschschütte im Binger Wald oder in Sayn können auch ungeübte Kletterer von der Höhenluft begeistern.
Allerdings gibt es auch ungewöhnlichere Gelegenheiten, einmal den Boden unter den Füßen zu verlieren. Den ungewöhnlichsten Rahmen für’s Outdoor-Klettern ist im Westerwald zu finden – im Stöffel-Park. Dort befindet sich am 28 Meter hohen Brechergebäude 1 einer der spektakulärsten und größten Klettersteige dieser Art nördlich der Alpen. Die seilgesicherte Anlage mit künstlichen Klettergriffen lädt zum Erklimmen der Außenfassade eines Industriedenkmals ein.
Die Route führt an den Rand eines der Außensilos am Brecher. Eine Leiter bringt den am Stahlseil gesicherten Kletterer acht Meter tiefer an den Boden. Auf der gegenüberliegenden Seite beginnt der Anstieg über eine Rampe zur Fassade des Brechers. Den Griffen folgend sind nun 13 senkrechte Klettermeter bis zur Kante zu überwinden.
Im weiteren Verlauf gelangt man auf die Nord-West-Seite des Industriegebäudes und quert die gesamte Fassadenseite. Im Weiteren kann die ganze Fassade durchklettert werden – immer wieder sind dann auch Abkürzungen durch das Gebäude möglich.
Nach Anmeldung können erfahrene Kletterer hier auf eigene Faust loslegen oder eine Begleitung buchen.
Ein wahrhaftes Paradies für Kletterer ist auch die Eifel – insbesondere in den aufgelassenen Basaltsteinbrüchen um Mayen, Ettringen und Kottenheim. Die Region rund um die Ettringer Lay hat sich zu einem der bedeutendsten Klettergebiete in Westdeutschland entwickelt – vor allem für das Thema Rissklettern. Ein Erlebnis – aber nur für geübte und geschulte Kletterer.
www.klettern-ettringen.de
Fast entspannt geht es da auf dem Klettersteig Boppard zu. An der Rheinschleife hat die Stadt Boppard in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Sektion Koblenz des Deutschen Alpenvereins (DAV) eine Attraktion geschaffen, die jedes Jahr Tausende von abenteuerlustigen Wanderern anlockt: den Mittelrheinklettersteig. Dabei handelt es sich um eine fünf Kilometer lange, sportliche Variante des linksrheinischen Rheinburgenweges. Über anmontierte Leitern, Tritte und mit Hilfe von Drahtseilen lässt sich die Steilwand überwinden.
Insgesamt 11 Kletterpassagen an steilen Fels- wänden sind zu meistern, dabei wechseln sich die gesicherten Stellen mit schmalen Pfaden ab. Nach dem Einstieg können schwierigere Passagen über einen Wanderpfad umgangen werden. Die Gesamtgehzeit beträgt zwei bis drei Stunden. Für Kinder und Ungeübte sind eine Klettersteigausrüstung sowie ein Klettersteigführer notwendig. Ausrüstung kann vor Ort an der Aral-Tankstelle ausgeliehen werden.

