Planungen zur BUGA nehmen Fahrt auf

Die Uhr tickt – noch sieben Jahre bis zum Beginn der Bundesgartenschau im Mittelrheintal (2022)

Ein trauriges Ereignis brachte die Planungen kurz zum Stocken: Der Tod des Geschäftsführers der BUGA-Gesellschaft, Berthold Stückle. Doch die Arbeit geht weiter, damit die Schau stattfinden kann.

Zwischen Koblenz und Bingen wird sich einiges verändern, ein erstes Flächenlayout steht fest und kann nun mit Leben gefüllt werden. 
Die vier Säulen der Schau sind die BUGA-Entwicklungsprojekte als Schwerpunkte sowie die BUGA-Gärten und BUGA-Korrespondenzprojekte. Hinzu kommen Flächen, die über Bürgerprojekte realisiert werden. Zusätzlich zu diesen vier Säulen werden außerdem in den kommenden Jahren Ausstellungen und Veranstaltungen entwickelt. 
35 Kommunen haben sich mit Flächen für die BUGA beworben und sind Bestandteile der Planung. 

Das Konzept baut auf der Machbarkeitsstudie von vor zwei Jahren auf: Drei Cluster im nördlichen, im zentralen und im südlichen Tal dienen als Schwerpunkte. Darüber hinaus sollen Themenreisen, Ausstellungen und Veranstaltungen angeboten werden an solchen Orten angeboten werden, die pro Tag nur eine begrenzte Anzahl von Besuchergruppen aufnehmen können. 
Insgesamt sollen durch die Eintrittsgelder rund 40 Millionen Euro erwirtschaftet werden. 
Damit die Besucher auch tatsächlich kommen und ihr Geld hier lassen, sind einige Investitionen notwendig. Im Investitionshaushalt stehen dazu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Um die Projekte zu realisieren, stehen in diesem Jahr Bürgerbeteiligungen und Gestaltungswettbewerbe an, um die Projekte bürgernah umzusetzen. 
In Lahnstein sollen in die insgesamt 20 Hektar großen Flächen in den Rheinanlagen in Niederlahnstein und Oberlahnstein 17 Millionen Euro fließen. Für die 18 Hektar auf dem Loreley-Plateau und die Entwicklung eines „Klimaparks“ oberhalb des Kultur- und Landschaftsparks sind 12 Millionen Euro eingeplant. Auch die Vorflächen der Burg Rheinfels in St. Goar werden neu gestaltet (Ansatz: fünf Millionen Euro), genau wie das Rheinvorland in Trechtingshausen (vier Millionen Euro). 
Bereits bei der Landesgartenschau 2008 spielte der Park am Mäuseturm eine zentrale Rolle – auch 2029 sollen hier wieder viele Veranstaltungen über die Bühne gehen. Das Gelände ist in vorbildlichem Zustand, doch an anderer Stelle in Bingen ist noch viel Arbeit zu erledigen: im Burggraben-Umfeld der Burg Klopp. Hier sind rund fünf Millionen Euro eingeplant.
Auf der anderen Rheinseite erhält Rüdesheim eine Erfrischungskur: In den Hafenpark sowie den Hindenburgdamm in Rüdesheim sollen sechs Millionen Euro  fließen, in die Grünanlage in Rüdesheim-Assmannshausen 500.000 Euro.

Blühende Ideen

Mit den BUGA-Gärten werden in der Regel temporäre Angebote geschaffen. Das sind unter anderem die klassischen Bundesgartenschauelemente, Wechselflor, Themengärten oder Events. Diese werden über den 58 Millionen Euro umfassenden Durchführungshaushalt der BUGA GmbH finanziert. 
Zu diesen Flächen zählen: in Koblenz die Festung Ehrenbreitstein (Vorfestung), das Schloss, Clemensplatz und Reichenspergerplatz, das Klosterumfeld in Kamp-Bornhofen, in St. Goar die Escarpierung der Burg Rheinfels im westlichen Bereich „Auf der Schanz“, in Oberwesel das Michelfeld und der Stadtmauergraben, in Lorch die Grünanlage zwischen alter und neuer B42, der Friedhof Lorch-Kernstadt mit Welterbe-Weinberg, in Bingen das Kultururfer vom Rhein-Nahe-Eck bis zur Hafeneinfahrt und der Park am Mäuseturm sowie die Brömserburg in Rüdesheim.

Zusätzliche Highlights werden die BUGA-Korrespondenzprojekte bieten, die nicht aus dem BUGA-Haushalt, sondern über andere Förderprogramme der Länder finanziert werden. Fest stehen: in Koblenz das Schloss Stolzenfels, in Brey das Rheinvorland, die Rheinanlagen mit BUGA-Bühne in Boppard, das Kloster in Bezug zur Burg Sterrenberg in Kamp-Bornhofen, Flächen am Kultur- und Landschaftspark Loreley, das ehemalige Hafengelände mit dem „Häusener Kran“ in St. Goarshausen, die Sanierung der Ruine Burg Rheinfels in St. Goar, die Rheinanlagen in Oberwesel, das Rheinvorland und die Burg Pfalzgrafenstein in Kaub, die Rheinanlagen in Bacharach, die Burg Sooneck in Niederheimbach sowie in Rüdesheim der Osteinsche Park (Niederwald), die Abtei St. Hildegard und die Grün-Freizeitanlage „Auf der Laach“.
Für Bürgerprojekte in den übrigen Kommunen stellt die BUGA gGmbH 1,2 Millionen Euro bereit. Bürger, Vereine oder Kommunen können Projektvorschläge einreichen. Die Vorhaben werden dabei mit 70 Prozent unterstützt. 30 Prozent sind als Eigenanteil der Bewerber einzubringen – nicht nur durch Geld, sondern auch und vor allem durch Eigenleistung.
Um das weitläufige Areal des Rheintals erlebbar zu machen und für Besucher zu strukturieren, wurden Themenlinien festgelegt, an denen sich die unterschiedlichen Angebote orientieren sollen. Sie stehen unter dem Oberbegriff „2000 Jahre Kulturtransfer“.
Die Ideen dazu sind vielfältig: Dazu gehören Welterbe-Gärten, Römer-Route, Turner-Route, Bergbau-Route, Obstbau-Route, Weinbau/Kulinarik-Route sowie „Besondere Orte“ – Orte, die ihre eigene Geschichte erzählen.
Eine Sonderrolle nehmen dabei zwei weitere Projekte ein: die RheinBalkone und die Burggärten. RheinBalkone sind Architekturprojekte an etwa 20 Aussichtsorten, die sich in die Kulturlandschaft des Welterbes einfügen. 
Bis zur BUGA 2029 sollen auch Burggärten in Szene gesetzt werden. Finanziert wird das Projekt vom Innenministerium und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Eine Vorstudie dazu wurde bereits 2019 erstellt. Beispielhaft werden nun drei attraktive Gestaltungen entworfen: für das Schloss Martinsburg in Lahnstein, die Burg Rheinfels in St. Goar und die Burgruine Stahlberg in Bacharach. 
Zahlreiche weitere Orte im Oberen Mittelrheintal werden künftig noch über Veranstaltungen ins BUGA-Konzept und in das Gesamtmarketing aufgenommen. Der Projektbaustein Kulturevents wird jedoch erste nach 2025 angepackt. Auch die mobilen Bestandteile wie schwimmende Blumenschauen oder das Verkehrskonzept werden noch weiter entwickelt.
Es liegt also noch viel Arbeit vor den Planern …

 

 

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