Größere Baumaß­ nahmen beginnen 2026

Die Vorbereitungen für die Bundesgartenschau im Jahr 2029 werden konkreter. Kostensteigerungen werden aufgefangen (2025)

2024 war das Jahr der Veränderungen. Die BUGA bekam ihr endgültiges Logo – und gleichzeitig auch ein neues Motto: „Was uns bewegt“. Auch finanziell war 2024 ein Jahr der Weichenstellungen. Das Land Hessen sagte zusätzlich zu den bereits gebilligten 6,3 Millionen Euro weitere 4,2 Millionen Euro zu. Auch Rheinland-Pfalz stockte das Budget wesentlich auf – von 48,6 auf 68,6 Millionen Euro.

Das Gesamtbudget umfasst damit momentan 140 Millionen Euro. Über 15 Millionen Euro bringen die Kommunen im Welterbe-Zweckverband ein. Die Aufstockung der Kapitalzusagen war notwendig geworden, nachdem die allgemeinen Kostensteigerungen der vergangenen Jahreein großes Loch in die Budgetplanung geschlagen hatten. Das Geld dient zum einen zur Vorbereitung der Ausstellungsflächen als auch der Durchführung im Jahr 2029.

Darüber hinaus sind die Investitionen in Gänze, die dem Tal in den kommenden Jahren noch zu Gute kommen werden, enorm: mehrere 100 Millionen Euro. Der kleinste Teil davon fließt in die eigentlichen BUGA-Flächen. Viele Projekte sind BUGA-flankierende Infrastrukturmaßnahmen, die die Region langfristig aufwerten. 90 Millionen Euro fließen beispielsweise in den Ausbau der Bahnstationen, 40 Millionen in die Sanierung von Ortsdurchfahrten, die Sanierung der Bundesstraßen B9 und der B42 sowie den Ausbau des rechtsrheini-schen Fernradweges. Mehr als 20 Millionen Euro will die Generaldirektion Kulturelles Erbe alleine in die Aufwertung von Burgen, Schlössern und deren Gärten stecken.

Die Kommunen erhalten außerdem Mittel für Investitionsförderungen. Nach Boppard fließen beispielsweise 8,3 Millionen aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren – Aktive Stadt“. Das Geld dient – wie auch in anderen Kommunen im Rheintal – für Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte, die die Städte auch nach der BUGA noch nachhaltig verändern werden. Für diese Projekte erhalten die Kommunen eine 80-prozentige Förderung. 1,3 Millionen Euro erhält Oberwesel für die Neugestaltung des Rheinufers und die Aufwertung der öffentlichen Treppenanlagen im historischen Altstadtbereich. 1,4 Millionen Euro fließen nach St. Goar für Entwicklungen rund um die Burg Rheinfels.

949.000 Euro gehen nach Bingen, wo Entwicklungen in den Stadtteilen gefördert werden. Bacharach profitiert von 64.000 Euro, die unter anderem für die Aufwer-tung des historischen Stadtkerns eingesetzt werden. Drei Millionen erhält Lahnstein für Baumaßnahmen rund um das BUGA-Gelände.

Die Ausstellungsflächen

Auch im Flächenkonzept haben sich Änderungen ergeben. Fest stand bisher bereits: Insgesamt gibt es sechs BUGA-Parks mit einer Gesamtfläche von ca. 40 Hektar sowie zwei geplante Veranstaltungsorte für Großveranstaltungen.

Die Hauptstandorte sind Lahnstein, Bacharach, St. Goar und St. Goarshausen sowie Rüdesheim und Bingen. Bis auf Bacharach werden die Parks zahlungspflichtig sein. „Wegen der allgemeinen Bau- und Betriebskostensteigerungen musste das Konzept überarbeitet werden, weshalb das Areal in Bacharach zwar wie im städtebaulichen Wettbewerb geplant gebaut, aber kostenfrei zugänglich sein wird“, so BUGA-Sprecherin Wiebke Neumann.

Auch viele inhaltliche Projekte sind bereits in Gang gesetzt worden: Bürgerprojekte in Rhens, Lorch und Dörscheid und die internationale Planerwerkstatt in Sankt Goar. Die Vergabe der Planungsaufträge für die Burg Rheinfels, das Loreley-Plateau und den Häusener Kran und Bingen stehen bevor. Neben den sechs großen BUGA-Parks initiiert die Bundesgartenschau gemeinsam mit Bürgerinitiativen die sogenannten „Bürgerprojekte“ mit dem Ziel, die inner-örtlichen Freiräume aufzuwerten. Sie entfalten bereits heute eine positive Dynamik in den Gemeinden. In Rhens werden brachliegende städtische Grünflächen in blühende Oasen verwandelt. Dörscheid entwickelt einen Schmetterlingslehrpfad, in Lorch beschäftigt sich eine Bürgerinitiative mit dem Thema Wasser, indem sie den Wild- und Forellenbach Wisper wieder sichtbar und erlebbar macht und die Brunnen in der Stadt reaktiviert. Die Bürgerprojekte, die vor allem kleinere Orte ansprechen, werden mit bis zu 20.000 Euro bezuschusst und von der BUGA-Gesellschaft fachlich begleitet. Bis 2029 werden bis zu zehn BUGA-Bürgerprojekte initiiert und umgesetzt.

Zum weiteren Zeitplan

Erste Bauarbeiten beginnen im Jahr 2026 und sollen 2028 abgeschlossen sein. Gleichzeitig wird an den Konzepten für Betrieb, Ausstellung und Marketing gearbeitet, um den Gästen 2029 erlebnisreiche Besuche zu bieten.

Die Veranstalter rechnen damit, dass mindestens 1,5 Millionen Besucher ins Obere Mittelrheintal kommen. Zum Vergleich: Nach Koblenz kamen etwa 3,5 Millionen Menschen, zur Landesgartenschau nach Bingen 1,3 Millionen Menschen. Die BUGA-Gesellschaft rechnet mit Einnahmen von 47 Millionen Euro. Die Besucher sollen auf den 67 Kilometer Veranstaltungsfläche sobegeistert werden, dass sie mehrere Tage bleiben – und bestenfalls noch mal wiederkommen.

Wie sollen die Millionen Menschen in die Region reisen? In Zusammenarbeit unter anderem mit der Hochschule Koblenz, wird dazu ein Mobilitätskonzept erarbeitet. Eine eigens für die BUGA29 installierte ÖPNV-Arbeitsgruppe ermittelte erste Kapazitätsberechnungen für den Schienen- und Busverkehr.

Für die Parkplätze (Pkw, Wohnmobil, Reisebusse, Fahrrad) werden Abstimmungen mit den jeweiligen Standorten und Machbarkeitsuntersuchungen durchgeführt.

Doch auch dieses Jahr werden bereits wesentliche Meilensteine angestrebt: Die Kostenschätzungen und -berechnungen sowie die Grundstücksüberlassungsverträge für die BUGA-Parks Lahnstein, Bacharach, Rüdesheim am Rhein und Assmannshausen. Zudem werden die Planungsaufträge für die Burg Rheinfels, das Loreley-Plateau, den Häusener Kran und Bingen vergeben – weitere bedeutende Schritte auf dem Weg zur BUGA29.

 

 

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