Die Terrassenmosel
Qualität und Handarbeit
Von Zell über Cochem bis nach Koblenz erstrecken sich terrassierte Steilhänge. Das Weinbaugebiet der Terrassenmosel steht für Qualität durch Handarbeit und bietet mit ihrer Vielfalt der Natur und Sehenswürdigkeiten ein unvergessliches Umfeld für alle Urlauber.
Als Großlage „Burg Cochem“ ist das untere Moseltal eigentlich bekannt, doch im Alltag wird von der „sonnigen Untermosel“ und der „Terrassenmosel“ gesprochen. Die Kombination aus Temperaturen, die im Durchschnitt drei Grad wärmer sind als in der Eifel oder im Hunsrück, und wenigem Niederschlag – also einem milden Klima – bietet optimale Grundvoraussetzungen für die Weinreben. Mit einer durchschnittlichen Steigung von 30 Grad haben die Steilhänge eine optimale Ausrichtung, damit die Reben viel Sonnenlicht abbekommen. Die über die Jahrhunderte erbauten Schieferstein- Mauern sorgen zum einen für Stabilität im Weinberg, zum anderen speichert der Stein die Wärme der 1.600 Sonnenstunden des Jahres und fördert somit ebenfalls das Wachstum der Weinlagen. Sie bieten zudem Raum für eine außergewöhnliche Flora und Fauna, denn beispielsweise die seltene Smaragdeidechse oder der Apollofalter finden hier ein Zuhause.
Viel Handarbeit
Was schön anzusehen ist, hat sich jedoch nur so entwickelt, da sich das Moseltal ab Zell verengt und somit weniger Raum für den Weinanbau bietet. Die Weinreben haben als Konsequenz nur schmale Flächen, die einzelnen Terrassen, zur Verfügung und die Bewirtschaftung ist heute noch zum Großteil Handarbeit.
Die Besonderheiten der Region führen jedoch zu einem besonders hohen Standard und herausragender Qualität des Weines aus dem Tal der Terrassenmosel. Für Interessierte rund um die Traditionen der Region und die Besonderheiten des Weines und des Weinbaus bietet das Wein- und Heimatmuseum in Winningen Einblicke. Es bietet nähere Informationen zu den sieben Rebsorten, welche auf den Terrassen angebaut werden und wie der charakteristische Geschmack zu Stande kommt.
Gastfreundlichste Stadt
Das Zentrum des gesamten Anbaugebietes bildet die Weinstadt Cochem. Die kleinste Kreisstadt Deutschlands konnte in diesem wie
im letzten Jahr den „Traveller Review Award“ für die gastfreundlichste Stadt Deutschlands erhalten und punktet außerdem mit ihren alten Gebäuden und der Architektur.
Im gesamten unteren Moseltal und dem unmittelbar angrenzenden Rheintal gibt es außerdem noch Burgen und Schlösser zu besichtigen, in unmittelbarer Nähe beispielsweise die immer noch bewohnten Burgen Thurant über Alken und Eltz bei Moselkern. Auch die Ehrenburg bei Brodenbach mit ihrem Burghotel und Festen wie den Gauklertagen im Frühjahr und im Herbst bietet Unterhaltung und Genuss. Mit dem Burgenbus, welcher von Mai bis Oktober unterwegs ist, lassen sich vom Bahnhof Treis-Karden aus bis zur Burg Pyrmont in Münstermaifeld zahlreiche Burgen im Moseltal und in den angrenzenden Mittelgebirgen besichtigen. Auch das Fahrrad kann in diesem Bus mitgenommen werden. Für ausgiebige Radtouren eignen sich die Themenradwege sowie der Mosel-Radweg, welcher nach zwei Etappen im Tal der Terrassenmosel in Koblenz endet. Im gesamten Gebiet fahren außerdem RadBusse, so dass so viel wie möglich von der Vielfalt im Moseltal genossen werden kann, ohne eine doppelte Strecke fahren zu müssen.
Wer die Landschaft auch gerne zu Fuß genießt und wandert, wird in der Region Terrassenmosel mit unvergesslichen Ausblicken und außergewöhnlichen Erfahrungen belohnt. Die ausgeschilderten „Traumpfade“ und „Traumpfädchen“ sind kürzere oder längere Strecken entlang der Terrassen, welche außerdem zu Aussichtspunkten führen.
Am Deutschen Eck in Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet, bietet sich die Möglichkeit einer Seilbahnfahrt über den Rhein, welche an der Festung Ehrenbreitstein endet, in welcher sich das Landesmuseum befindet. Allein die Überfahrt bringt einen unvergesslichen Ausblick auf das Moseltal und die Stadt.
Der Prinzenkopfturm in Zell ist nur zehn Gehminuten von der Marienburg entfernt und bietet durch seine Lage einen Blick auf die 360-Grad-Schleife der Mosel, welche von dort aus gesehen einmal um den Turm herumfließt. Der Aussichtspunkt Brumslay in Winningen lässt einen Blick auf die Moseltalbrücke zu, die mit 136 Metern Höhe als eine der höchsten Autobahnbrücken Deutschlands gilt. Hier befinden sich außerdem die Überreste einer römischen Villa von circa 200 nach Christus.
Neben den Kirchen der Terrassenmosel, kann man die Matthiaskapelle besichtigen, welche der Oberburg zugehörig ist.
Das Staatsbad Bad Bertrich im Seitental bei Alf ist die einzige Glaubersalztherme Deutschlands und lädt mit Thermalbad, Sauna und Gastronomie zum Verweilen ein. Y.C.
In Zahlen
Der steilste Weinberg Europas ist der Bremmer Calmont im Tal der Terrassenmosel mit einer Steigung von bis zu 68 Grad. 60 Prozent der Weinberge an der Terrassenmosel werden für den Anbau von Riesling verwendet. Zwischen Koblenz und Zell werden 1.190 Hektar Weinberge bewirtschaftet.

