Nationaler Geopark Laacher See
In kaum einer anderen Landschaft in Deutschland ist die Erdentstehungsgeschichte mit ihrem Vulkanismus bis zum heutigen Tag so präsent wie in der Eifel. Zahlreiche Museen, Natur-, Kultur- und Industriedenkmäler sowie Erlebnis- und Infozentren machen die heiße und feurige Entstehungsgeschichte der Eifel direkt am Ort des Geschehens erlebbar.
Es ist gerade einmal knapp 13.000 Jahre her, dass die letzten Glutlawinen und Ascheströme des Laacher-See-Vulkans durch die Täler liefen, alles Leben unter sich erstickten und eine karge Mondlandschaft hinterließen, die sich in den folgenden Jahrtausenden zu einer der landschaftlich attraktivsten Gegenden Deutschlands wandelte. Bis heute geben zahlreiche Schlackenkegel, Maare, meterdicke Tuff- und Bimswände sowie erkaltete Lavaströme gut sichtbar Zeugnis von dieser heißen Phase der Erdgeschichte.
Die Vulkanausbrüche in der Vergangenheit prägten jedoch nicht nur die Landschaft, sondern auch das Leben der Menschen in der Eifel. Historische Bergwerke, Stollen und Steinbrüche verschiedener Epochen dokumentieren ein- drucksvoll das Leben der Menschen mit dem vulkanischen Erbe, das bis weit in die römische Epoche der Region zurückreicht.
Die Genovevaburg gilt als das Wahrzeichen der Stadt Mayen. Hier befindet sich heute das Eifelmuseum mit der Ausstellung „EifelTotal“ und das Deutsche Schieferbergwerkmuseum. Die multimedial gestaltete Ausstellung „EifelTotal“ widmet sich komplett der Eifel, ihrer Landschaft, ihren Menschen und ihrer Geschichte. Los geht die Reise durch die Zeit im Untergeschoss des Museums, in dem die Farbe des Feuers, das Rot, die Ausstellung dominiert.
Das Erlebniswelten Grubenfeld befindet sich ebenfalls in Mayen und gehört zu den ältesten und wichtigsten Abbaustätten für die poröse Basaltlava, die sich früher hervorragend für die Herstellung von Getreidereiben und Mühlsteinen eignete. Schon in der Römerzeit waren Getreidemühlen aus Mayen aufgrund ihrer besonderen Qualität richtige Exportschlager. Der 7.000 Jahre alte Steinbruch steht mittlerweile unter Naturschutz und beherbergt unzählige Fledermäuse. Ein informativer Spazierweg führt Besucher mitten durch das Gelände zu Originalschauplätzen der Bergbaugeschichte. Dazu vermittelt die moderne Mitmach-Ausstellung „SteinZeiten“ praktische Einblicke in die Arbeitsmethoden der Steinbrecher und interessante Einblicke in ihre Lebenswelt.
In Mendig erwartet der sogenannte Lava-Dome als Deutsches Vulkanmuseum seine Besucher und stellt den Vulkanismus in der Region um den Laacher-See-Vulkan anschaulich und spektakulär dar. Das Museum ist eine der zentralen Einrichtungen des Vulkanparks und umfasst mit seinen 700 Quadratmetern gleich drei Ausstellungsbereiche: Das „Land der Vulkane“, die „Vulkanwerkstatt“ und die „Zeit der Vulkane“. Im „Land der Vulkane“ erzählt eine multimediale Show die Geschichte zweier großer Vulkanausbrüche, die enorme Auswirkungen auf die Landschaft der Vulkaneifel hatten: Der Ausbruch des Wingertsbergvulkans, auf dessen Lavastrom die Stadt Mendig mitsamt dem Museum steht, und der des Laacher-See-Vulkans. Ein großes Vulkan-Modell stellt einen Vulkanausbruch nach, der von Bildern, Klängen und Projektionen begleitet wird, um einen intensiven Eindruck eines solchen Ereignisses zu bieten. In der Vulkanwerkstatt kann an zehn interaktiven Versuchs- und Experimentalstationen nachvollzogen werden, wie Vulkanausbrüche entstehen. Im Bereich „Zeit der Vulkane“ werden vier große Vulkanausbrüche vergangener Tage geschildert und aktuelle seismologische Daten zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben sowie aktuelle Bilder von Webcams in aller Welt zur Verfügung gestellt. Höhepunkt ist ein stilisiertes Forscherkamp, das einen Eindruck davon vermittelt, mit welchen Methoden Wissenschaftler Vulkane untersuchen. In einem Rundkino läuft eine fiktive Nachrichtensendung zu einem erneuten Ausbruch des Laacher-See-Vulkans, der in Zukunft nicht ausgeschlossen werden kann ... C.M.

