Die Pellenz

Urkräfte prägen eine ganze Landschaft

 

Die Pellenz ist ein Hügelland im nordwestlichen Teil des Mittelrheinischen Beckens, das sich zwischen Andernach im Nordosten und Mayen im Südwesten erstreckt. Das heutige Landschaftsbild hat die Kulturlandschaft dem gewaltigen Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor knapp 13.000 Jahren zu verdanken. Mehrere Tage lang dauerte das Naturereignis, das bis heute nachwirkt und die Landschaft unter einer dicken Schicht aus Lava und Bims begrub.


Zur Pellenz zählen heute die vorwiegend industriell geprägten Orte Saffig, Kruft, Nickenich, Plaidt und Kretz mit den Pellenzvulkanen im Osten sowie Niedermendig – heute Teil von Mendig –, Kottenheim, Thür mit der Pellenzsenke im Westen und das ins Maifeld hineinragende Polch mit seiner Pellenzhöhe im Süden. Von West nach Ost wird die hügelige zum Rhein hin leicht abfallende Landschaft mit ihren charakteristischen Vulkankuppen, die heutzutage zumeist abgebaggert werden, vom kleinen Fluss Nette durchflossen.
Alte Kulturlandschaft Besiedelt wird die Region bereits schon seit über 300.000 Jahren, wie Ausgrabungen von Siedlungsresten belegen. Später ließen sich sowohl Kelten aus als auch Römer in der fruchtbaren Kulturlandschaft nieder und hinterließen zahlreiche Siedlungsreste und Gräberfelder. Einige Jahrhunderte später gehörte der Landstrich zum Herrschaftsbereich der Pfalzgrafen, was sich bis heute im Namen widerspiegelt. So lässt sich „Pellenz“ vom lateinischen „terra palatina“ – Pfalzgrafenlandschaft herleiten.
Später gaben die Pfalzgrafen die Pellenz als Lehen an die Grafen von Virneburg, die ihre Rechte daran schließlich im Jahr 1348 teilweise an das Erzstift Trier abgeben mussten. Hauptort der sogenannten großen Pellenz mit 14 Pellenzdörfern wurde dann Niedermendig, Hauptort der kleinen Pellenz Münstermaifeld.

Tourismus sorgt für neuen Aufschwung

Die Pellenz wurde jahrhundertelang bis in die 70er Jahre von der Ausbeute und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe geprägt, was auch heute noch in der Region gut sichtbar ist. Die gewaltigen Abbauprofile bieten Wissenschaftlern detaillierte Einblicke in die geologische Erdgeschichte und boten immer wieder auch überraschende Einblicke in historische Steinbrüche und Bergwerke, die durch den Abbau ans Tageslicht gelangten, wie beispielsweise das heutige Römerbergwerk in Meurin. Mitte der 90er Jahre erlebte der Wirtschaftsfaktor „Tourismus“ einen ersten Aufschwung und man begann das touristische Potenzial des vulkanischen Erbes zu entdecken. Als Ergebnis wurde das „Vulkanpark Projekt“ initiiert, dessen Intention es von Anfang an war, die erdund industriegeschichtlichen Hinterlassenschaften zu schützen, zu erforschen und für Besucher zugänglich zu machen.

Vulkanisches Erbe

Zur Realisierung wurde 1996 schließlich die Vulkanpark GmbH gegründet, dessen Gesellschafter zur Hälfte der Zweckverband Vulkanpark des Landkreises Mayen-Koblenz, der die Interessen der einzelnen Ortschaften und Städte vertritt, sowie das Römisch-Germanische Zentralmuseum als Forschungsinstitut für Vor- und- Frühgeschichte sind. So schafften es die Beteiligten, wissenschaftliche Interessen und Tourismus in Einklang zu bringen und gleichermaßen zu fördern. Einzelne Landschaftsteile, zum Beispiel ein Vulkan oder ein altes Steinbruchareal, wurden seitdem als Landschaftsdenkmäler ausgewiesen, durch Wege zugänglich gemacht und anhand von Informationstafeln erläutert.
Aber auch größere Landschaftsdenkmäler, wie das Römerbergwerk Meurin Stollen im Krufter Bachtal, sind in das Projekt heute eingebunden. Insgesamt sind mittlerweile mehr als 20 Denkmäler fertiggestellt, die über eine Fläche von 200 Quadratkilometer verstreut liegen. Zentraler Infopunkt für Interessierte des Vulkanparks ist das Vulkanpark Infozentrum in Plaidt, das über den Vulkanismus und den historischen Steinabbau der Region informiert. Hier haben Besucher die Möglichkeit, in die Arbeitswelt römischer Bergmänner, die hier um 300 nach Christus Tuffstein für großartige Bauvorhaben brachen, hinabzusteigen. C.M.

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