Natur genießen im Hunsrück
Im östlichen Hunsrück gibt es viel zu erleben
Südlich der Mosel erhebt sich der Hunsrück als zum Rheinischen Schiefergebirge zählendes Mittelgebirge mitten in Rheinland-Pfalz. Der Rhein stellt im Osten zwischen Koblenz und Oberwesel die natürliche Grenze dar. Der Soonwald und das Nahetal begrenzen das Mittelgebirge im Süden. Nach Westen hin geht der Hunsrück in das Saarland über. Schaurhein stellt den östlichen, an Rhein und Mosel angrenzenden, Teil vor.
Wer auf der Suche nach nahezu unberührter Natur ist, der ist im Hunsrück an der richtigen Adresse. Hier trifft eine unglaublich abwechslungsreiche Landschaft auf wenig Industrie. Kleine, idyllische Ortschaften liegen eingerahmt zwischen riesigen Waldgebieten und tiefe, teils alpin anmutende Täler gehen in beeindruckende Höhenzüge über. Da verwundert es nicht, dass in dieser märchenhaften Naturlandschaft besonders Wanderer voll auf ihre Kosten kommen.
Steilste Bahntrasse Deutschlands
Einen ganz besonderen Einstieg in den östlichen Hunsrück bietet die 1908 eröffnete Hunsrückbahn zwischen Boppard und Emmelshausen. Mit fünf Tunneln und zwei Viadukten überwindet die Bahn auf einem 8,5 Kilometer langen Teilstück 336 Höhenmeter und ist damit als steilste im Regelbetrieb betriebene Bahnstrecke Deutschlands auch heute noch ein ingenieurtechnisches Meisterwerk, das sich mit seiner umgebenden einzigartigen Natur besonders bei Tagestouristen und Ausflüglern großer Beliebtheit erfreut. 2008 wurde die Strecke komplett saniert und bietet so einen spannenden Auftakt zu einer Hunsrückreise. Im alten Güterschuppen neben dem Bahnhof Emmelshausen haben Eisenbahnfreunde eine einzigartige Technik-Sammlung im Hunsrückbahn-Museum zusammengestellt.
Kleinod Kastellaun
Vielen jüngeren Menschen ist Kastellaun durch das jährlich stattfindende Techno-Festival Nature One ein Begriff. Doch die Altstadt von Kastellaun mit ihren restaurierten Fachwerkhäusern und der Ruine der Sponheimer Burg hat weitaus mehr zu bieten als wummernde Bässe. Im Natur-Erlebnispark in Kastellaun sind Naturfreunde gut aufgehoben. Auf dem Barfußpfad, im Maisfeldirrgarten oder dem Hochseilgarten werden die Sinne trainiert. Und auf dem Sturmwurferlebnispfad erfahren Besucher alles über die Folgen des Sturmes Kyrill, der 2007 auch über den Hunsrück fegte.
Wanderparadies Hunsrück
Von den mittlerweile 111 zum Wandern ein- ladenden Traumschleifen zwischen fünf und 20 Kilometern gibt es in der Region ganz besonders herausragende Touren. So lädt einer der am höchsten zertifizierten Premiumwege, die Traumschleife Baybachklamm, in der Region Kastellaun zum Wandern ein. Hoch aufragende Felsen und steile Pfade machen das Tal zu einem wahren Canyon-Erlebnis und die Wanderung oft mit Halt am Seil zu einem echten Abenteuer.
Saar-Hunsrück-Steig
Der wichtigste Fernwanderweg, der die Region durchzieht, ist der Saar-Hunsrück-Steig, der mit einer Länge von 410 Kilometern und auf
27 Etappen vom saarländischen Perl an der Mosel über Idar-Oberstein bis nach Boppard am Rhein sowie über einen Abzweig zur Römerstadt Trier führt. Die bei Wanderern beliebte Strecke erhielt als Premiumweg mit 65 Erlebnispunkten das höchste Ergebnis und die höchste Auszeichnung, die ein Wanderweg europaweit erreichen kann.
Hängeseilbrücke Geierlay
Ein Highlight der Saar-Hunsrück-Steig-Wanderung ist sicherlich die 20. Etappe mit der schönsten Hängeseilbrücke Deutschlands. 360 Meter lang und 100 Meter hoch über dem Mörsdorfer Bachtal zwischen den Gemeinden Sosberg und Mörsdorf gelegen, ist die Hängeseilbrücke Geierlay eine ganz besondere Attraktion für Schwindelfreie und Abenteurer. Fast zwei Millionen Menschen haben die nach dem Vorbild nepalesischer Hängeseilbrücken errichtete Talquerung seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2015 schon besucht und machen sie damit zu einem der touristischen Highlights der Region.
Den Tieren ganz nah
Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe ist der Tier- und Erlebnispark Bell. Die landschaftlich wunderschön gelegene Anlage ist ein familiengeführter Park, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Tiere aus zweiter Hand bei sich aufzunehmen und ihnen ein artgerechtes Zuhause zu bieten. Über 160 Tiere aus über 30 verschiedenen Arten können hier bei Show- und Trainingseinheiten, die ganzjährig stattfinden, beobachtet werden. T.S.

