Doch das staatliche Glücksspiel ist einem Wandel unterworfen. Während früher die sechs Kreuze auf dem 49er Zahlenfeld der bevorzugte Weg zum Glück waren, verschiebt sich die Spielleidenschaft hin zum „Eurojackpot“, bei dem 5 Kreuze auf einem Feld von 50 Zahlen gesetzt werden – und der wesentlich höhere Jackpots bietet.
418 Millionen Euro Gesamtumsatz erzielte Lotto Rheinland-Pfalz 2023, 1,3 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Und nicht nur die Gewinner freuen sich über Lotto, sondern auch der Landeshaushalt. Immerhin 148 Millionen Euro Glücksspielsteuer und Einnahmen landeten in der Kasse von Finanzministerin Doris Ahnen.
Obwohl sich die Gewichtung verschiebt, ist das Spiel „6aus49", das dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiert, nach wie vor der größte Umsatzbringer für Lotto Rheinland-Pfalz. 187 Millionen Euro (minus zwei Prozent) setzten die Spielerinnen und Spieler ein. Beim „Eurojackpot“ waren es 102 Millionen Euro (plus neun Prozent).
Doch nicht nur das Spiel wandelt sich, auch der Zugang. Zwar sind die rund 900 Annahmestellen im Land nach wie vor der beliebteste Ort, an dem die Tippscheine abgegeben werden. Doch das Internet und der Zugang über die Lotto-App gewinnen immer mehr an Bedeutung: rund 44 Millionen Euro wurden elektronisch eingesetzt, 2018 waren es lediglich 23 Millionen Euro.
Die Annahmestellen haben trotz des Wandels in der Spielkultur eine so große Bedeutung, das das Unternehmen bis Ende 2025 6,5 Millionen Euro in die Umrüstung der Terminals in den Annahmestellen investiert. „Das ist ein klares Signal für die Zukunft“, betont Geschäftsführer Jürgen Häfner. Und er unterstreicht die Bedeutung er Annahmestellen als Stütze für den Einzelhandel und als Anlaufstellen in den Innenstädten.
„Es ist eine unserer zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre, das Annahmestellennetz und das Internet-Angebot so aufeinander abzustimmen, dass alle zum Spiel entschlossenen Menschen alternativ wählen können, welchen Vertriebskanal sie in Anspruch nehmen möchten“, so Häfner.
Das Medium ist dabei durchaus eine Generationenfrage, gerade die jüngeren Spieler nutzen die elektronischen Angebote verstärkt. Wobei die „jüngere Zielgruppe“ in ein Altersspektrum zwischen 25 und 50 Jahren gehören.
Neben den glücklichen Spielern und der Finanzministerin freuten sich auch die so genannten Destinatäre, die Nutznießer aus Sport, Kultur, Umweltschutz und dem sozialen Bereich über die Zuwendungen. Insgesamt 4,8 Millionen Euro aus den Lotterien GlücksSpirale, Sieger-Chance und Bingo! wurden an sie verteilt.
In einem Umsatzträchtigen Segment ist Lotto Rheinland-Pfalz nicht mehr Aktiv: den Sportwetten. Dieses Geschäft wurde in einer bundesweit aktiven GmbH gebündelt, an der die Koblenzer zwar einen Anteil von zehn Prozent halten, dafür aber selbst nicht mehr aktiv sind. „Obwohl die gesetzlichen Regelungen hier deutlich sind, gibt es einen Graubereich, in dem private Wettanbieter aus ganz Europa aktiv sind“, so Finanz-Staatssekretär Stefan Weinberg, der dem Aufsichtsrat von Lotto Rheinland-Pfalz vorsitzt. Ein finanziell sehr attraktiver Markt, wie die Vielzahl der Wettanbieter zeigt. „Doch der muss europäisch reguliert werden …“
Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Stephan Weinberg (l.) und Geschäftsführer Jürgen Häfner (r.) präsentierten das Jahresergebnis von Lotto Rheinland-Pfalz in Koblenz.

